Wartung

Zug um Zug zu bester Leistung

Von Jens Bartels · 2014

Wartungskosten runter, Pünktlichkeit rauf: Die zunehmende Digitalisierung der Instandhaltungsprozesse im Schienenverkehr verspricht immer zuverlässigere Züge und könnte den Verkehrsunternehmen noch dazu Einsparungen bringen. Forscher empfehlen, das Wartungs-Know-how schon in der Entwicklung stärker zu berücksichtigen.

Pünktlich, zuverlässig, klimafreundlich – so könnten die drei entscheidenden Vorteile des Zugverkehrs lauten. Stau, Parkplatzsuche oder ein geplatzter Reifen kann einem wichtigen Geschäftsterminen nicht in die Quere kommen. Doch damit das hochkomplexe Verkehrssystem auf der Schiene wirklich reibungslos funktioniert, müssen viele Räder ineinandergreifen. 

Regelmäßige Wartung und Instandhaltung zählen dabei zu den obersten Pflichten. Das steigert nicht nur die Lebensdauer und Laufleistung der Züge, auch die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Loks, Triebwagen und Waggons lässt sich so deutlich verbessern. Experten gehen davon aus, dass Innovationen in den Feldern der Zustandserfassung und -diagnose, bei der digitalen Unterstützung der Wartungsprozesse oder dem Einsatz neuer Reparaturtechnologien die Wartung und Instandhaltung weiter verbessern, Ausfallzeiten minimieren und nicht zuletzt zu erheblichen Einsparungen führen.

Sensoren schlagen Alarm 

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) haben zusammen mit Industriepartnern Funksensoren für Räder an Zügen entwickelt, die selbst kleinste Schwingungsänderungen und Materialermüdungen erkennen. Die Sensoren erfassen die für den Zustand der Verschleißteile relevanten Daten und schicken sie kontinuierlich an eine sogenannte Wartungswolke im Internet. Dort werden die Mess- und Analysedaten verschlüsselt für unterschiedliche Nutzer abgelegt. Sogar feinste Risse einer Kugel in einem Lager sollen so erkannt werden. Bei drohenden Materialschäden warnt das System den Lokführer, Wartungsarbeiter können dank der Daten den Schaden zeitnah und gezielt beheben. 

Systematische Fehler vermeiden

Werden Service und Wartung schon bei der Entwicklung mit einbezogen, ließe sich die Wartungsfreundlichkeit von Zügen noch weiter erhöhen, meint Martin Bilz vom Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK). „Das würde am besten klappen, wenn der Zughersteller auch für Wartung und Instandhaltung der Züge verantwortlich wäre“, so Bilz. „Dadurch könnten die im Rahmen der Instandhaltung entstehenden Erkenntnisse in ausreichendem Maße in die Konstruktion neuer Züge einfließen.“ Systematische Fehler würden somit in Zukunft vermieden.

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