Dienstleistungen im Schienenverkehr

Service mit Qualität

Von Karla Hellrung · 2012

Bahnunternehmen zertifizieren ihre Produkte und bieten den Kunden Wartungsverträge. Als nächstes könnte die Fernwartung kommen.

Wegen ihres hohen Fixkostenanteils sind Schienenverkehrsunternehmen, seien es die überregionalen, seien es die im Nahverkehr, vor allem bei steigenden Energiepreisen einem enormen Kostendruck ausgesetzt. Gespart wird dann häufig am Personal und am Service, was die Passagiere spätestens beim nächsten Zugausfall zu spüren bekommen. Dabei bieten viele Hersteller der Bahnindustrie ihren Kunden mittlerweile Wartungs- und Instandhaltungsverträge an, die Kosten senken und einen wettbewerbsfähigen Bahnbetrieb gewährleisten sollen. Werden solche Verträge geschlossen, übernehmen die Hersteller über die gesamte Lebensdauer von Zügen und anderen zugrelevanten Systemen die Wartungsdienstleistungen.

Hersteller im Einsatz

Je nach Angebot können diese durch Modernisierung, Re-Engineering und Überholung von Systemen, Fahrzeugen und Komponenten ergänzt werden. Dazu stellen die Hersteller mit den Produkten vertraute Fachleute ab, die auch weiteren individuellen Anforderungen der Schienenverkehrsunternehmen nachkommen. Doch während diese Form der Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Anbietern in Großbritannien in jüngster Zeit Schule macht, ist das Interesse bei den großen deutschen Verkehrsunternehmen wie der Deutschen Bahn gering ausgeprägt. Um Reibungskosten zu vermindern, hat sich die internationale Bahnindustrie zudem einen Qualitätsstandard auferlegt. Denn nicht selten sind aufgrund zu hohen Verschleißes bei den Verkehrsbetrieben Zusatzkosten aufgetreten. Hersteller wie auch Zulieferer hatten Produkte angeboten, ohne dass es gemeinsam festgelegte Standards gegeben hätte. Im Jahr 2006 eingeführt, erfordert das Regelwerk des Bahnstandards IRIS (International Railway Industry Standard) nun eine detaillierte Dokumentation seitens aller Hersteller: 16 Verfahren und 25 Prozesse müssen im angemessenen Umfang dokumentiert werden, darunter das Projektmanagement oder das Obsoleszenzmanagement, das den Kunden beispielsweise frühzeitig über das Auslaufen von Produktkomponenten informiert oder auch die Lagerhaltung optimiert. Nicht zuletzt erhöhen die Zertifizierungen der Produkte zusätzlich die Sicherheit beim Einsatz neuer Züge und Lokomotiven.

Fernwartung für mehr Sicherheit

Neben Wartungsverträgen und Zertifizierung gibt es noch andere Ideen für die verbesserte Kontrolle der Schienenfahrzeuge. Die Zauberworte heißen hier Fernwartung und vorausschauende Instandhaltung. So können Züge, Bahnen und Lokomotiven kontinuierlich während der Fahrt auf der Strecke überwacht werden. Dadurch wird die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Schienensysteme erhöht, da auftretende Mängel außerhalb der üblichen Wartungstermine behoben werden können. Auch dieses Konzept zielt letztlich auf Kostensenkung für die Schienenverkehrsunternehmen ab.

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