Investitionen

Mehr Geld für die Schiene

Von Anna Graefe · 2014

Immer mehr Güter werden europaweit auf der Schiene transportiert. Doch die Investitionen in die Bahn-Infrastruktur hinken hinterher. Deutschland zählt dabei zu den Schlusslichtern. Viele europäische Länder geben pro Einwohner deutlich mehr für ihr Schienennetz aus.

Ob Geschäftsreisen, der Weg zur Arbeit oder Wochenendausflüge – Millionen Menschen reisen täglich mit der Bahn durch Deutschland. Auch die Transportnachfrage auf der Schiene wächst und wächst. Das Verkehrswegenetz in Deutschland ist eines der bestausgebauten in Europa. Mit täglich rund 39.000 Zugfahrten auf 34.000 Kilometern ist aber auch der Verschleiß besonders groß. Dass Gleise, Weichen, Signalanlagen, Tunnel, Brücken und Bahnhöfe vielfach nicht im besten Zustand sind, das ist bekannt.
Der Bahnlobbyverband Allianz pro Schiene fordert nun mehr Investitionen für den Erhalt und Ausbau der Schienenwege, denn nach ihren Berechnungen gibt Deutschland im europäischen Vergleich zu wenig dafür aus. 

Deutschland hinkt hinterher

Laut der Studie, veröffentlicht im Juli 2014, hinkt Deutschland bei den Infrastruktur-Investitionen hinterher. Von neun ausgewählten europäischen Ländern liegt Deutschland auf Platz sieben, gemessen an den Pro-Einwohner-Investitionen. Die Schweiz, die die Tabelle anführt, investierte demnach 366 Euro je Einwohner in ihr Schienennetz. In Deutschland sind es 54 Euro. 
Tatsächlich waren die Zahlen vom Vorjahr ähnlich, die Schweizer gaben 349 Euro pro Kopf für das Schienennetz aus, Deutschland 51 Euro. Das Ranking der Länder ist weitgehend gleich geblieben, doch Deutschland schob sich immerhin vom vorletzten Platz auf den Drittletzten vor. 

Immer mehr Verkehr auf der Schiene

Dass die Belastungen für den Schienenverkehr steigen, zeigen auch die Zahlen des  Bundesverkehrsministeriums. Die Verkehrsprognose für 2030 sieht vor, dass der Personenverkehr um 13 Prozent und die Gütertransporte um 38 Prozent ansteigen werden. Das Fazit: Immer mehr wird auf der Schiene stattfinden. 
Die Deutsche Bahn, die das bundeseigene Netz betreibt, muss sich daher Kritik anhören. Die Allianz pro Schiene fordert angesichts dieser steigenden Fahrgastzahlen und der wachsenden Transporte jährliche Investitionen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro, das wären 80 Euro pro Kopf. Die Bahn selbst steckt dieses Jahr knapp 4,3 Milliarden Euro in die Schieneninfrastruktur, denn es sollen über 3.000
Kilometer Schienen, 2.350 Weichen, mehr als zwei Millionen Eisenbahnschwellen und etwa vier Millionen Tonnen Schotter erneuert werden. Die wichtigsten Baustellen sind dabei die Strecken zwischen Hamburg – Hannover, Frankfurt – Fulda, München –Ingolstadt und Karlsruhe – Mannheim sowie der Raum Leipzig. 

Umweltfreundlich und sicher

Die Modernisierung ist auch dringend notwendig: Das Eisenbahn-Bundesamt hatte 2012 und 2013 wiederholt Sicherheitslücken festgestellt und über hundert Bescheide mit dem Auftrag erlassen, die Mängel abzustellen. Dennoch: Die Eisenbahn ist ein nachhaltiges und umweltfreundliches Verkehrsmittel und eines der sichersten. 
Von dem Ausbau und der Erneuerung der Schienenwege können auch Reisende jenseits der ice-Strecken profitieren. Bisher sieht es so aus, dass auf den Regionalstrecken Tempolimits und damit
einhergehende Wartezeiten an der Tagesordnung sind. Mit dem Geld können auch diese Abschnitte des Schienennetzes schnell modernisiert werden und angenehmes Reisen sicherstellen.

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