Ausrüstung

Leichter, Leiser, sparsamer

Von Inken Schönauer · 2014

Was für Autos gilt, gilt längst auch für alle Fahrzeuge auf der Schiene. Mit innovativen Antriebsmodellen und neuartigen Materialkombinationen soll Energie eingespart werden. Im besten Fall produzieren sie die Energie dabei sogar noch selbst.

Nicht erst seit der groß angelegten Energiewende ist das Thema Energieeffizienz auch bei der Bahn ein großes Thema.  „Die steigenden Umwelt- und Klimaschutzanforderungen gehören zu den bedeutendsten Trends für die Bahnindustrie“, heißt es beim Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V. (VDB). 

Schon seit Jahren wird versucht, die technische Ausrüstung der Bahn energieeffizienter und schadstoffarmer auszurichten. Natürlich beeinflusst die Art und Weise, wie ein Zug gefahren wird, die Menge an Energie, die er verbraucht und den Lärm, den er verursacht. „Die optimale ökologische und ökonomische Abstimmung  aller Komponenten erlauben sogenannte Assistenz- und Automatiserungssysteme“, heißt es in einem Papier des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ). Die Systeme könnten in Triebfahrzeugen, Stellwerken, Betriebszentralen und bei der Fahrplan­erstellung eingesetzt werden. Mit ihrer Hilfe könnten Triebfahrzeugführer bis zu 15 Prozent Transaktionsenergie sparen.

Klimaanlagen brauchen Energie

Die meiste Energie brauchen Triebfahrzeuge naturgemäß für den Antrieb. Aber es gibt einige andere Aggregate, die nicht direkt mit der Beförderung zusammenhängen, die einiges an Energie benötigen und Einsparpotenzial bieten. Einer der größten Verbraucher sind dabei die Klimaanlagen. „Auf ihr Konto gehen 20 bis 30 Prozent des Energieverbrauchs eines Triebwagens“, heißt es in dem Papier. Durch innovative Technologien seien hier Einsparungen von bis zu 30 Prozent möglich.

Ein weiteres vergleichsweise neues Thema in der Technik von Schienenfahrzeugen ist das Thema Hybrid. Hierbei handelt es sich um eine Kombination zweier oder mehrerer Arten von Antriebs- oder Speichertechnik. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein Dieselmotor stößt weniger Lärm- und Abgase aus, wenn er von einem Elektromotor unterstützt wird. Dabei wird sogar das Antriebsfahrzeug selbst zum Energielieferanten. Technisch ist es längst möglich, beispielsweise den Bremsvorgang für die Energiegewinnung zu nutzen. Dieses Phänomen der Energiegewinnung kennt man bereits aus anderen Branchen, beispielsweise der Automobilindustrie, wo vergleichbare Technik für die Wiedereinspeisung von Energie genutzt werden.   

Material entscheidet

Es dreht sich aber keineswegs alles um die direkte Nutzung von Energie, sondern auch darum, wie ein Fahrzeug beschaffen ist. Je leichter ein Fahrzeug ist, desto weniger sogenannte Transaktionsenergie wird verbraucht. Heute sind es vor allem leichte Werkstoffe wie Leichtmetalle oder faserverstärkte Kunststoffe, die in den Fahrzeugen verbaut werden.

Ortung spart Energie

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat vor kurzem ein Assistenzsystem vorgestellt, mit dem Züge durch eine veränderte Fahrweise bis zu 50 Prozent ihrer Energie einsparen können. Der Clou: Ortungssysteme ermöglichen die exakte Positionsbestimmung eines Züges und damit auch präzisere Prognosen der Verkehrsablaufs sowie eine effiziente Steuerung. Dabei werden die Züge mit aktuellen Informationen beliefert, die es ihnen ermöglichen, langsamer, aber ohne anzuhalten, hoch frequentierte Abschnitte zu durchfahren. Weil die Züge wissen, wann vorausliegende Gleisabschnitte frei sein werden, lässt sich ihre Geschwindigkeit anpassen. Unterstützt durch die sogenannten „Train-Location-Unit“ werde so noch dazu die Streckenauslastung optimiert. 

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