Schienenverkehr International

Der Zug ruft

Von Jens Bartels · 2016

Steigende Urbanisierung, Bevölkerungswachstum oder globaler Handel: Die Welt kann beim Transport von Personen und Gütern nicht auf die Eisenbahn verzichten. Das größte Netz der Welt befindet sich in China. Für die Verantwortlichen im Reich der Mitte spielt das Transportsystem auf der Schiene eine wichtige Rolle.

Viele Menschen wünschen sich weltweit eine nachhaltige Mobilität. Sie zermürbt der drohende Verkehrskollaps in den großen Metro­polen dieser Welt, monotone Parkplatzsuche oder unerträglicher Smog. So wird die Bahn mehr denn je als Transportsystem gebraucht – der Schienenverkehr hat im Wettbewerb mit Auto oder Flugzeug nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Das gilt sowohl für den Transport von Personen als auch für den Güterverkehr. Allerdings setzen Länder und Regionen ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Während etwa die USA im Schienenverkehr zum größten Teil Güter transportiert, befördert das Industrieland Japan hauptsächlich
Personen. 

Das größte Netz liegt in Asien

Für China ist beides wichtig: Im bevölkerungsreichsten Land der Erde spielt der gesamte Schienenverkehr eine ganz zentrale Rolle. Das Reich der Mitte besitzt folgerichtig das größte Eisenbahnnetz der Welt und investiert hohe Summen in ein attraktives Bahnangebot. Der Weg zur Arbeit, Geschäftsreisen, Ausflüge oder Familienbesuche: Millionen Chinesen nutzen die Bahn täglich. Sie reisen per Hochgeschwindigkeitszug über tausende von Kilometern oder nutzen zu günstigen Konditionen einen konventionellen Reisezug. Die Bedeutung der Schiene zeigt sich auch in den Großstädten: So haben Peking und Shanghai die größten U-Bahn-Systeme der Welt.

Güterzüge fahren bis Duisburg

Zugleich unternimmt China enorme Anstrengungen im Güterverkehr, dabei bleibt die Ausrichtung global. Das Land baut gerade die Seidenstraße aus, um die Attraktivität des internationalen Schienengüterverkehrs weiter zu steigern. Schon heute fahren Güterzüge regelmäßig zum Beispiel aus der chinesischen Millionenstadt Chongquing über 10.000 Kilometer zum Duisburger Binnenhafen. Aus China kommen auf diesem Weg vor allem hochwertige elektronische Waren wie Computer und Handys; in die Gegenrichtung transportiert der Zug Obst, Gemüse und Autoteile. Gerade mit Blick auf die Zukunftsmärkte in Asien gehört der transeurasischen Strecke die Zukunft. Entsprechend fordern Experten den Ausbau des internationalen Güterverkehrskorridors. Aufgrund der unterschiedlichen Spurweiten etwa an den Grenzen von Russland oder Kasachstan nach China sind zudem innovative Umspur- und Umladeprozesse gefragt und nicht zuletzt auf lange Sicht die Interoperabilität im internationalen Schienenverkehr.

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