Elektronische Fahrkarte

Das E-Ticket bitte!

Von Katharina Lehmann · 2014

Alles wird elektronisch – auch der Fahrschein. Mit neuen Online-Ticket-Systemen wollen Verkehrsbetriebe und Reiseanbieter den Ticketkauf vereinfachen und dabei Kosten sparen. Und auch den Kunden kommt die neue Technologie zu Gute.

"Bitte passend zahlen!“ – kann der Fahrscheinautomat mal wieder nicht wechseln, beginnt die lästige Suche nach dem Kleingeld. Denn Fahrkartenschalter mit persönlicher Betreuung gibt es nur noch an wenigen Stationen. Und dort gibt es auf die Tickets oft auch noch einen Aufpreis. Für Fahrgäste bedeutet das meist Ärger und verpasste Züge.

Chipkarte statt Papier

Das soll sich jetzt ändern. Denn immer mehr Verkehrsbetriebe schließen sich dem E-Ticket-System an. Dabei müssen sich Verkehrsunternehmen nicht einmal selbst um den Aufbau der nötigen Technik kümmern. Spezialisierte Anbieter stellen ihnen die Infrastruktur bereit: Chipkarten, Verkaufs- und Erfassungsterminals sowie Hintergrundsystemschnittstellen erleichtern den Fahrkartenkauf.
Für die Kunden bedeutet das nicht nur, dass sie ihren Fahrschein immer
dabei haben. Sie sind auch flexibel und können nach individueller Reiseroute bezahlen. Praktisch für denjenigen, der nicht weiß, welches Ticket er benötigt oder vor Reiseantritt noch nicht sicher ist, wohin es schlussendlich geht. Beim Ein- und Aussteigen hält er einfach die Chipkarte vor das Lesegerät. Das System ermittelt im Nachhinein den für die Strecke benötigten Fahrschein und bucht das Geld vom Kartenkonto ab.
Bezahlt wird dann entweder durch Guthaben oder per Rechnung – exakt für die gewählte Route. Aber auch reguläre Zeit- und Zonenkarten können mit der Chipkarte gekauft werden. 

Smartphone ist die neue Chipkarte

Als Mitglied des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (vdv) hat sich die eTicket Service GmbH & Co. KG darauf spezialisiert, den Nahverkehrsunternehmen alle nötigen Infrastrukturen für die elektronische Fahrkarte bereitzustellen. Insgesamt elf Verkehrsverbünde haben sich dem System inzwischen angeschlossen. In Berlin, Hamburg und München, aber auch in den Gebieten von Rhein, Ruhr und Sieg können Fahrgäste ihre Tickets mit Chipkarte oder Smartphone bezahlen. 
Dabei gilt gerade das intelligente Telefon als Geldbörse der Zukunft: Im zweiten Quartal 2014 wurden bereits 12,4 Prozent aller Bezahlvorgänge in Europa über mobile Geräte abgewickelt. Das ergab der aktuelle „Global Mobile Payment Snapshot 2014“ des Mobile-Payment-Anbieters Omlis. Den Ergebnissen der Studie zufolge wurden vor allem Reisen und Tickets mobil bezahlt. 
Möglich macht das die Near Field Communication (nfc), die in fast allen neuen Smartphones verfügbar ist. Damit soll in den kommenden Jahren an immer mehr Fahrkartenautomaten, aber auch in Geschäften bezahlt werden. Doch die Unternehmen setzen zusätzlich auf Bezahl-Apps. Einmal registriert, können Kunden ihre Fahrscheine online kaufen. Bezahlt wird dann per Lastschrift oder Kreditkarte.
Doch nicht nur die Nahverkehrsunternehmen setzen auf das Telefon als Fahrscheinersatz. Unlängst haben auch die Reiseunternehmen den Trend zum E-Ticket erkannt: Elektronische Boardingpässe gibt es heute bei fast allen großen Fluggesellschaften, und auch die Bahn mischt mit – hier gibt es die elektronischen Bahnfahrkarten per Handy, App oder über den Dienst Touch & Travel, bei dem das Telefon selbst zur Fahrkarte wird.

Von Tür zu Tür

Dabei hält das Smartphone noch mehr Komfort bereit. Über Apps lassen sich Fahrpläne einsehen und Fahrten buchen. Dabei muss der Kunde künftig nicht mehr entscheiden, mit welchem Verkehrsmittel er von A nach B kommt und welches Ticket er dafür benötigt. Verschiedene Apps bieten mittlerweile einen Rundum-Sorglos-Service für die Reise an, bei dem die verschiedenen Verkehrsmittel sinnvoll kombiniert werden ­­– und zwar von Haustür zu Haustür. So werden neben Bus und Bahn auch Taxis, Car- oder gar Bikesharing in die Verkehrsplanung einbezogen. Hier sollen in Zukunft die Tickets direkt aus der App heraus gebucht werden können. Noch ist das aber bei keinem der Dienste verkehrsmittelübergreifend
möglich. 

Quellen: omlis.com, 2014

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